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Philosophie

Klassiker kauft man aus Leidenschaft...

Cadillac Fleetwood 60 Special Brougham Astro Estate Wagon

Marke: Cadillac 

Typ: Fleetwood 60 Special mit Broughamausstattung und Coachbuild-Karosserie

Erstzulassung: 01.07.1970

Fahrzeugart: Kombilimousine, bis zu 9 Sitzplätze

Motor: V8 Vergaser  

Hubraum: 7.636 cm³

Motorleistung: 276 kW (375 PS) 

Getriebe: 3-Gang-Automatikgetriebe   

Höchstgeschwindigkeit: 192 km/h

Abgelesene Laufleistung: 74.785 mls (119.600 km) 

Abmessungen: Länge 5.802 mm, Breite 2.030 mm, Höhe 1.440 mm 

Gewicht: 2.295 kg

Umweltplakette: H-Kennzeichen (Freie Fahrt in allen Umweltzonen)

Lackierung: Silbermetallic mit silbernem Vinyldach

Innenausstattung: Leder rot, 

Es gibt Autos, die gibt’s eigentlich gar nicht. So wie diesen Cadillac Kombi. Das Auto taucht in keinem Cadillac Prospekt auf und ist in keinem zeitgenössischen Autokatalog zu finden. Wie kommt’s?  

In den USA gab es lange Zeit die Tradition der Coachbuilder. Besonders zwischen 1920 und 1940 ließen sich sehr vermögende Menschen die Karosserien Ihrer Autos auf Wunsch und Maß schneidern, so wie Anzüge und Haute Couture Kleider, die man in diesen Kreisen trug.So entstanden die meisten der schönsten Automobile, die nebenbei auch zu den seltensten gehören, weil sie schon damals Einzelstücke oder Kleinstserien waren. Das was heute bei den Concours d'Élégance  vom Publikum bewundert wird,  ist meistens  nicht das Werk eines Herstellers wie Talbot-Lago, Rolls-Royce oder Duesenberg, sondern die Arbeit der Karosseriebauer, die sich um den sichtbaren Teil dieser Automobile kümmerten, während die Hersteller nur für das Fahrgestell und dessen Technik zuständig waren.

Der Bau individueller Karosserien hat sich über die Jahrzehnte dann ziemlich verloren und ist in Vergessenheit geraten. Doch es gab auch in den siebziger Jahren noch Karosseriebauer die Ihre Dienste anboten. Der berühmteste Amerikaner in dieser Branche war George Barris, der z. B. das berühmteste aller Batmobile geschaffen hat und zahlreiche Einzelstücke, die alle Namen tragen. In direkter Nachbarschaft zu Barris  lag die Firma ASC (American Sunroof Company) des deutschen Heinz Prechter. Prechter begann zunächst mit der Konstruktion und dem Einbau von Schiebedächern. Die deutsche Gründlichkeit und Qualität kam bei seinen Kunden gut an. Größen wie Frank Sinatra und Steve McQueen gehörten zu seiner Klientel. Bald wollten die Kunden mehr als nur Schiebedächer und ASC erweiterte mit der Gründung der ASC Automobile Specialty Corporation ihr Tätigkeitsfeld. Sogar Prototypen für Cadillac, Buick, Dodge und McLaren wurden dort gebaut. Porsche ließ in den achtziger und frühen neunziger Jahren von Prechter’s ASC im deutschen Weinsberg  die  offenen Versionen der Porsche 944 und 968 fertigen. BMW bezog ASC bei der Konstruktion des Z4 Roadsters mit ein. Außerdem fertigte die Custom Craft Division von ASC automobile Sonderanfertigungen für Menschen die es sich leisten konnten.

Dazu gehörte Owen Owens, erfolgreicher Geschäftsmann und einer der ersten Oldtimersammler der USA. Er ließ sich 1970 diesen hier angebotenen Cadillac Fleetwood Brougham Astro Estate Wagon auf Kiel legen.  Das Auto, dessen Name fast so lang ist wie das Auto selbst, kostete als Coachbuilt gut das Doppelte der Serien-Limousine. Dabei war der Brougham mit seiner Superausstattung schon das teuerste Topmodell.  Wahrscheinlich steht das Astro in der Modellbezeichnung für den astronomischen Preis. Aber als Oldtimersammler hatte Owen Owens halt ein besonderes Faible für coachbuilt cars und bescherte der Autowelt und sich selbst damit eine Rarität mehr. Als er 1979 starb hinterließ er ein Museum mit 130 handverlesenen Classic & Vintage Cars. In einer großen Auktion am 25. April 1980 verscheuerten die Erben alles.

30 Jahre später, am 5. Januar 2010, stellte die größte amerikanische Oldtimerplattform  „Hemmings“ genau den hier angebotenen Cadillac Fleetwood Brougham Astro Estate Wagon als „Find of the day“ vor.

Inzwischen ist der ultrabequeme Amerikaner, der bis zu neun Personen Platz bieten kann, in Deutschland mit H-Kennzeichen zugelassen. Er war wohl stets in guten Händen, denn er ist bis heute unrestauriert und weitgehend original durch die Jahrzehnte gegangen. Lediglich die Farbe des Kunstlederdachs wechselte von rot in silber. Dass die ASC Custom Craft professionell arbeitete,  belegen verblüffende Detaillösungen wie die Heckklappe. Sie kann  sowohl nach unten abgeklappt als auch zur Seite geschwenkt werden.  Die dazu gehörige Heckscheibe ist elektrisch versenkbar. Aus dem Kofferraumboden lässt sich eine dritte Sitzbank holen und jeder hat seinen Sicherheitsgurt. All das ist so sauber en suite verarbeitet, dass es qualitativ auch Großserie sein könnte. Und natürlich er hat ein elektrisches Schiebedach.

Unter der Motorhaube, die man wegen Ihrer Größe mühelos auch als Hubschrauberlandeplatz verwenden könnte, brodelt der 7,7 Liter V8 mit einem Klang vor sich hin, wie man ihn von den Riva Booten aus dem letzten Urlaub am Gardasee kennt. Um den Verbrauch muss man sich keine Gedanken machen, das Auto nimmt sich was es braucht - und das ist weniger als man denkt, denn es ist ein Cruiser, der schon bei leicht erhöhter Leerlaufdrehzahl gleitet wie ein Kreuzfahrtschiff. So etwas Ähnliches ist er ja auch. Und von den  375 PS ruft man in der Praxis kaum ein Drittel ab. Der Rest ist souveräne Reserve.

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